Altern ist kein einzelner Vorgang. Es ist ein Zusammenspiel mehrerer Prozesse, die parallel laufen und sich gegenseitig verstärken.
2013 hat eine Gruppe um Carlos López-Otín versucht, Ordnung in dieses Feld zu bringen, und neun sogenannte Hallmarks of Aging beschrieben. Zehn Jahre später, 2023, wurde die Liste auf zwölf erweitert¹. Seit der Erstfassung sind rund 300.000 Arbeiten zu diesem Themenfeld erschienen, so viele wie im gesamten Jahrhundert davor¹.
Dieser Artikel geht die zwölf durch. Er erklärt außerdem, warum ein Begriff nicht auf der Liste steht, den fast die gesamte Nahrungsergänzungsbranche im Munde führt.
In a Nutshell. Die zwölf Hallmarks
- Primäre Schäden: genomische Instabilität, Telomerverkürzung, epigenetische Veränderungen, Verlust der Proteostase, nachlassende Autophagie
- Antagonistische Antworten: entgleiste Nährstoffsensorik, mitochondriale Dysfunktion, zelluläre Seneszenz
- Integrative Folgen: Stammzellerschöpfung, veränderte Zellkommunikation, chronische Entzündung, Dysbiose
- Ein Hallmark muss drei Kriterien erfüllen, sonst gehört er nicht auf die Liste
- Die zwölf sind kein Menü. Sie hängen zusammen und beeinflussen sich gegenseitig
- Oxidativer Stress ist keiner davon
- Bewegung, Schlaf und Ernährung wirken auf mehrere gleichzeitig
Was ein Hallmark überhaupt ist
Ein Hallmark ist kein beliebiges Alterszeichen. Die Autoren haben drei Kriterien festgelegt, die ein Merkmal erfüllen muss, um aufgenommen zu werden¹:
Erstens muss es sich im Lauf des normalen Alterns zeigen. Zweitens muss experimentelles Verstärken das Altern beschleunigen. Und drittens, das ist die eigentliche Hürde, muss ein therapeutisches Abmildern das Altern verlangsamen, anhalten oder umkehren können.
Das dritte Kriterium nennen die Autoren selbst das entscheidende und zugleich am schwersten zu erfüllende. In der Erstfassung von 2013 steht ausdrücklich, dass die vorgeschlagenen Merkmale diesen Idealanspruch in unterschiedlichem Maß erfüllen². Die Liste ist also ein Arbeitsmodell, keine bewiesene Ursachenkette. Die Autoren selbst nennen die Abgrenzung zwischen den einzelnen Hallmarks "unvermeidlich willkürlich"¹.
Mal ehrlich: Dass ein Forschungsteam die Grenzen des eigenen Modells so deutlich benennt, ist selten. Und es ist der Grund, warum das Modell seriös ist.
Die drei Ebenen
Die zwölf sind nicht gleichrangig, sie bauen aufeinander auf¹.
Die primären Hallmarks sind der eigentliche Schaden. Sie betreffen Genom, Telomere, Epigenom, Proteom und Organellen und sammeln sich mit der Zeit an.
Die antagonistischen Hallmarks sind Antworten auf diesen Schaden. Ihre Rolle ist zwiespältig, daher der Name: In moderatem Ausmaß schützen sie, im Übermaß schaden sie.
Die integrativen Hallmarks entstehen, wenn der angesammelte Schaden nicht mehr ausgeglichen werden kann. Sie bestimmen laut den Autoren am Ende das Tempo des Alterns.
Die primären Hallmarks
Die primären Hallmarks sind der Schaden selbst: fünf Prozesse an Genom, Telomeren, Epigenom, Proteom und Organellen, die sich über die Jahre ansammeln.
Genomische Instabilität
Genomische Instabilität bezeichnet die zunehmende Ansammlung von Schäden am Erbgut. Sie entstehen durch äußere Einflüsse ebenso wie durch interne Fehlerquellen: Kopierfehler bei der DNA-Replikation, Fehlverteilung von Chromosomen, spontane chemische Reaktionen¹. Gleichzeitig arbeiten die Reparatursysteme mit den Jahren weniger zuverlässig.
Wie viel sich da ansammelt, zeigt ein Beispiel aus dem Speiseröhren-Epithel: Schon bei jungen Menschen finden sich dort hunderte Mutationen pro Zelle, im mittleren Alter können es über 2.000 sein¹. Das ist ein spezifisches Gewebe und lässt sich nicht auf den ganzen Körper übertragen, aber es macht die Größenordnung greifbar.
Telomerverkürzung
Telomere sind die Schutzkappen an den Chromosomenenden. Bei jeder Zellteilung werden sie kürzer, weil die kopierenden Enzyme diese Endbereiche nicht vollständig abschreiben können¹. Nach genügend Teilungen ist die Verkürzung so weit fortgeschritten, dass die Zelle entweder abstirbt oder in den Seneszenz-Zustand übergeht.
Epigenetische Veränderungen
Die Epigenetik regelt, welche Gene abgelesen werden und welche stumm bleiben. Mit dem Alter verschieben sich DNA-Methylierungsmuster, Histone werden anders modifiziert, das Chromatin wird fehlerhaft umgebaut und nicht-codierende RNAs arbeiten weniger zuverlässig¹.
Auf diesem Hallmark beruhen die epigenetischen Uhren, mit denen sich ein biologisches Alter schätzen lässt. Das Erbgut selbst ändert sich dabei nicht, nur seine Regie.
Verlust der Proteostase
Proteostase ist das Gleichgewicht im Proteinhaushalt: falten, reparieren, entsorgen. Lässt es nach, sammeln sich fehlgefaltete, oxidierte oder verzuckerte Proteine an und verklumpen zu Aggregaten¹. Die Forschung verbindet das mit mehreren neurodegenerativen Erkrankungen und mit dem grauen Star.
Nachlassende Autophagie
Autophagie, im Paper genauer als Makroautophagie bezeichnet, ist die Selbstreinigung der Zelle. Zellbestandteile werden in Bläschen eingeschlossen und in den Lysosomen zerlegt. 2013 galt das noch als Sonderfall der Proteostase. 2023 wurde es zu einem eigenen Hallmark, weil die Autophagie eben nicht nur Proteine erfasst, sondern auch andere Makromoleküle und ganze Organellen¹.
Die antagonistischen Hallmarks
Die antagonistischen Hallmarks sind die Antwort des Körpers auf diesen Schaden. In moderatem Ausmaß schützen sie, im Übermaß tragen sie selbst zum Altern bei.
Entgleiste Nährstoffsensorik
Der Körper besitzt ein evolutionär sehr altes Netzwerk, das den Nährstoffstatus abliest und den Stoffwechsel entsprechend umschaltet: Insulin- und IGF-Signale, MTORC1, AMPK, Sirtuine¹. Bei Nährstoffangebot und wenig Stress schaltet es auf Aufbau, bei Mangel und Stress auf Schutzprogramme.
Mit dem Alter arbeitet diese Umschaltung weniger präzise. Genau hier setzen die Diskussionen um Fasten, Proteinmenge und Kalorienrestriktion an.
Mitochondriale Dysfunktion
Die Leistung der Mitochondrien lässt mit den Jahren nach, und zwar über mehrere ineinandergreifende Wege: Mutationen in der mitochondrialen DNA, destabilisierte Atmungskettenkomplexe, ein verlangsamter Austausch der Organellen und veränderte Dynamik¹.
Wie das im Alltag ankommt und was dabei tatsächlich hilft, steht ausführlich in unserem Artikel über die Zellkraftwerke.
Zelluläre Seneszenz
Seneszente Zellen haben ihre Teilungsfähigkeit dauerhaft eingestellt, sterben aber nicht ab. Sie sind eine Antwort auf akute oder chronische Schädigung und sammeln sich mit den Jahren an. Vergleicht man gesunde Spender unter 35 mit solchen über 65, findet man je nach Gewebe die zwei- bis zwanzigfache Menge¹.
Mehr dazu in unserem Artikel über seneszente Zellen.
Die integrativen Hallmarks
Die integrativen Hallmarks entstehen, wenn Schaden und Gegenmaßnahmen sich nicht mehr ausgleichen. Sie bestimmen laut den Autoren am Ende das Tempo des Alterns.
Stammzellerschöpfung
Gewebe erneuern sich laufend und reparieren sich nach Verletzungen. Beides lässt mit dem Alter nach, wobei jedes Organ seine eigene Strategie dafür hat¹.
Veränderte Zellkommunikation
Zellen und Organe stehen ständig im Austausch, über Nervensignale, Hormone und Botenstoffe. Mit dem Alter nimmt das Rauschen in diesem System zu, und die Regulation wird ungenauer¹.
Chronische Entzündung
Die Entzündungsaktivität steigt mit dem Alter, ohne dass eine akute Ursache vorliegt. In der Fachsprache heißt das Inflammaging. Messbar wird es an Entzündungsmarkern im Blut wie dem C-reaktiven Protein¹. 2013 war das noch Teil der veränderten Zellkommunikation, 2023 bekam es einen eigenen Platz.
Was das mit Ernährung zu tun hat, steht in unserem Artikel über stille Entzündungen.
Dysbiose
Das Darmmikrobiom steht in wechselseitigem Austausch mit dem Wirt. Wird diese Kommunikation gestört, spricht man von Dysbiose¹. Auch dieser Hallmark ist erst 2023 dazugekommen. Von den zwölf ist er nach unserer Einschätzung der am wenigsten verstandene.
Der Begriff, der nicht auf der Liste steht
Und jetzt der Teil, der überrascht: Oxidativer Stress ist keiner der zwölf Hallmarks. Weder 2013 noch 2023.
Das ist bemerkenswert, weil die Vorstellung von freien Radikalen als Motor des Alterns über Jahrzehnte die populäre Erzählung geprägt hat und bis heute halbe Produktkategorien trägt. In der Fassung von 2023 kommt der Begriff "freies Radikal" kein einziges Mal vor.
Reaktive Sauerstoffspezies verschwinden damit nicht aus dem Bild. Sie tauchen an mehreren Stellen auf, aber immer eingebettet: als Folge und als Auslöser innerhalb der mitochondrialen Dysfunktion, und als eines von mehreren Merkmalen seneszenter Zellen¹.
Die Erstfassung von 2013 ist an dieser Stelle deutlicher. Sie berichtet, dass genetische Eingriffe, die reaktive Sauerstoffspezies bei Mäusen erhöhen, das Altern nicht beschleunigten, und dass eine gentechnisch verstärkte antioxidative Abwehr im Mausmodell die Lebensspanne nicht verlängerte². Die Autoren schlagen deshalb eine andere Lesart vor: Reaktive Sauerstoffspezies als stressausgelöstes Überlebenssignal, das erst dann schädlich wird, wenn es im Alter überhandnimmt².
Wichtig für die Einordnung: Das ist keine Absolution und keine Verurteilung. Die Forschung untersucht weiterhin gezielt mitochondrial wirksame Antioxidantien¹. Was nicht mehr trägt, ist die simple Gleichung mehr Antioxidantien gleich langsameres Altern.
Wer tiefer einsteigen will, findet die Mechanik in unserem Artikel über oxidativen Stress. Er beschreibt einen realen Prozess. Nur eben keinen Hallmark.
Warum die Liste kein Menü ist
Der häufigste Fehler im Umgang mit diesem Modell ist, sich einen Hallmark herauszupicken und ihn isoliert bearbeiten zu wollen.
Die Autoren halten dagegen. Ein Eingriff an einem Hallmark verändert in aller Regel auch andere, und Altern müsse als Ganzes gedacht werden¹. Jeder Hallmark sei ein Einstiegspunkt für weitere Forschung, kein isolierter Schalter. Entsprechend schlagen sie vor, Kombinationen zu untersuchen statt Einzeleingriffe.
Und noch eine Einordnung, die in populären Darstellungen gern verschwindet: Altern ist bislang kein anerkanntes Therapieziel¹. Die ersten klinischen Studien in diesem Feld müssen deshalb altersassoziierte Erkrankungen adressieren, nicht das Altern selbst.
Was das für die Praxis bedeutet
Die zwölf Hallmarks sind Forschungskategorien. Sie sind keine Einkaufsliste, und kein Produkt der Welt kann sie abhaken. Wer dir etwas anderes verspricht, hat entweder das Paper nicht gelesen oder hofft, dass du es nicht liest.
Die am besten belegten Hebel wirken auf mehrere Hallmarks gleichzeitig. Bewegung mit Kraft- und Ausdaueranteil. Ausreichender, rhythmisch stabiler Schlaf. Eine pflanzenbetonte Ernährung mit genug Protein. Das ist unspektakulär und bleibt die Basis, auf der alles andere aufbaut.
Was daraus für ein Produkt folgt
Wenn zwölf Mechanismen ineinandergreifen, folgt daraus eine Bauweise. Sie steht im Paper: Eingriffe an einem Hallmark verändern regelmäßig auch andere, weshalb die Autoren vorschlagen, Kombinationen zu untersuchen statt Einzeleingriffe¹.
Dem folgt die Multi-Pathway-Strategie, nach der EVERTY ONE aufgebaut ist. Vier Stacks, über 50 fundiert dosierte Inhaltsstoffe in einer Portion, die unterschiedliche Ebenen desselben Systems berühren. Am Beispiel der zellulären Energie, also an mitochondrialer Dysfunktion und Nährstoffsensorik, sieht das so aus.
Direkt an der Energiemaschinerie. Coenzym Q10 als Ubiquinol, der direkt verwertbaren Form, dazu Acetyl-L-Carnitin, Alpha-Liponsäure und Kreatin. Vier Stoffe, vier Stellen im selben System.
Den vorhandenen Pool schonen statt ihn zu ersetzen. Quercetin wird in der Literatur als prominenter CD38-Inhibitor beschrieben. Die Forschung untersucht diesen Weg, um vorhandenes NAD+ im Alter länger nutzbar zu halten.
Über einen zweiten Pfad ansetzen. Resveratrol gilt seit über zwanzig Jahren als prominenter SIRT1-Modulator, eingebettet in dreizehn pflanzliche Extrakte.
Die Schutzschicht darunter. Astaxanthin, N-Acetyl-Cystein und reduziertes Glutathion.
Die Cofaktoren mit belegten Funktionen. B-Vitamine, Vitamin C, Magnesium, Eisen, Kupfer und Mangan.*
Dieselbe Logik hinter den übrigen Entscheidungen: alle acht klassischen essentiellen Aminosäuren in festem Verhältnis statt einzelner herausgelöster Bausteine, Ballaststoffe für die vorhandene Darmflora.
Wohin dieser Artikel weiterführt
Dieser Beitrag ist als Übersicht angelegt und bleibt bewusst an der Oberfläche. Zu einzelnen Hallmarks gibt es bereits ausführliche Artikel im Magazin, weitere folgen. Wir aktualisieren diese Seite, sobald ein neuer dazukommt.
Häufig gestellte Fragen
Was sind die Hallmarks of Aging?
Die Hallmarks of Aging sind zwölf zelluläre und molekulare Mechanismen, die als Treiber des Alterns gelten. Sie wurden 2013 von einer Forschungsgruppe um Carlos López-Otín als neun Merkmale beschrieben und 2023 auf zwölf erweitert. Die vollständige Liste umfasst genomische Instabilität, Telomerverkürzung, epigenetische Veränderungen, Verlust der Proteostase, nachlassende Autophagie, entgleiste Nährstoffsensorik, mitochondriale Dysfunktion, zelluläre Seneszenz, Stammzellerschöpfung, veränderte Zellkommunikation, chronische Entzündung und Dysbiose. Geordnet werden sie in drei Ebenen: primäre Hallmarks als eigentlicher Schaden, antagonistische als Antwort darauf und integrative als Folge, wenn der Ausgleich nicht mehr gelingt. Ein Merkmal kommt nur auf die Liste, wenn es sich mit dem Alter zeigt, experimentelles Verstärken das Altern beschleunigt und therapeutisches Abmildern es verlangsamt. Die Autoren verstehen das Modell ausdrücklich als Arbeitsmodell, dessen Abgrenzungen unvermeidlich willkürlich sind.
Welche Hallmarks sind 2023 neu dazugekommen?
Drei: nachlassende Autophagie, chronische Entzündung und Dysbiose. Die Begründung der Autoren ist nachvollziehbar. Autophagie galt 2013 noch als Sonderfall des Proteostase-Verlusts, erfasst aber nicht nur Proteine, sondern auch andere Makromoleküle und ganze Organellen, was einen eigenen Eintrag rechtfertigt. Chronische Entzündung und Dysbiose steckten zuvor im Sammelbegriff der veränderten Zellkommunikation, der den Autoren zu weit gefasst erschien. Damit stieg die Zahl von neun auf zwölf. Die grundsätzliche Einteilung in primäre, antagonistische und integrative Hallmarks blieb dabei erhalten.
Warum ist oxidativer Stress kein Hallmark of Aging?
Oxidativer Stress steht in keiner der beiden Fassungen auf der Liste, weder 2013 noch 2023. In der Fassung von 2023 kommt der Begriff freies Radikal kein einziges Mal vor. Reaktive Sauerstoffspezies verschwinden damit nicht aus dem Modell, sie erscheinen aber eingebettet in andere Hallmarks, vor allem in die mitochondriale Dysfunktion und als eines von mehreren Merkmalen seneszenter Zellen. Die Fassung von 2013 wird deutlicher: Genetische Eingriffe, die reaktive Sauerstoffspezies bei Mäusen erhöhen, beschleunigten das Altern nicht, und eine gentechnisch verstärkte antioxidative Abwehr verlängerte die Lebensspanne nicht. Die Autoren schlagen deshalb eine andere Lesart vor, nämlich reaktive Sauerstoffspezies als stressausgelöstes Überlebenssignal, das erst im Alter überhandnimmt. Die Forschung an gezielt mitochondrial wirksamen Antioxidantien läuft weiter. Was nicht mehr trägt, ist die einfache Gleichung mehr Antioxidantien gleich langsameres Altern.
Kann man einzelne Hallmarks gezielt behandeln?
Das Paper beschreibt jeden Hallmark als möglichen Ansatzpunkt, warnt aber ausdrücklich vor der isolierten Betrachtung. Ein Eingriff an einem Hallmark verändert in aller Regel auch andere, weil die zwölf eng miteinander verschränkt sind. Die Autoren schlagen deshalb vor, Kombinationen zu untersuchen statt Einzeleingriffe. Wichtig ist außerdem eine Einordnung, die in populären Darstellungen oft fehlt: Altern selbst ist bislang kein anerkanntes Therapieziel. Die ersten klinischen Studien in diesem Feld adressieren deshalb altersassoziierte Erkrankungen, nicht das Altern als solches.
Was bedeuten die drei Gruppen primär, antagonistisch und integrativ?
Die Einteilung beschreibt eine Rangfolge. Primäre Hallmarks sind der eigentliche Schaden an Genom, Telomeren, Epigenom, Proteom und Organellen, der sich über die Zeit ansammelt. Antagonistische Hallmarks sind Antworten auf diesen Schaden, und ihre Rolle ist zwiespältig: In moderatem Ausmaß schützen sie, im Übermaß tragen sie zum Altern bei. Dazu zählen die entgleiste Nährstoffsensorik, die mitochondriale Dysfunktion und die zelluläre Seneszenz. Integrative Hallmarks entstehen, wenn der angesammelte Schaden nicht mehr ausgeglichen werden kann, und bestimmen laut den Autoren am Ende das Tempo des Alterns.
Was kann ich im Alltag tun?
Die am besten belegten Hebel wirken auf mehrere Hallmarks gleichzeitig, nicht auf einen einzelnen. Regelmäßige Bewegung mit Kraft- und Ausdaueranteil, ausreichender und rhythmisch stabiler Schlaf sowie eine pflanzenbetonte Ernährung mit genügend Protein gehören dazu. Das klingt unspektakulär und bleibt trotzdem die Grundlage, auf der alles andere aufbaut. Ergänzungen können diese Basis unterstützen, ersetzen sie aber nicht. Skeptisch sollte man bei jedem Produkt sein, das verspricht, die Hallmarks of Aging zu adressieren. Diese Aussage ist durch die Forschungslage nicht gedeckt.
Wie ordnet sich EVERTY ONE hier ein?
Aus dem Modell lässt sich keine Produktwirkung ableiten, aber eine Bauweise. Weil die zwölf Mechanismen ineinandergreifen und Eingriffe an einem regelmäßig andere mitverändern, schlagen die Autoren selbst Kombinationen statt Einzeleingriffe vor. Genau darauf ist EVERTY ONE aufgebaut, als Multi-Pathway-Strategie: vier Stacks, über 50 fundiert dosierte Inhaltsstoffe in einer Portion, die unterschiedliche Ebenen desselben Systems berühren. Am Beispiel der zellulären Energie heißt das Coenzym Q10 als Ubiquinol, Acetyl-L-Carnitin, Alpha-Liponsäure und Kreatin direkt an der Energiemaschinerie, Quercetin als in der Literatur beschriebener CD38-Inhibitor, Resveratrol als seit langem untersuchter SIRT1-Modulator, dazu die Schutzschicht aus Astaxanthin, NAC und Glutathion und die Cofaktoren mit belegten Funktionen. Jede Zutat ist mit ihrer Menge ausgewiesen, jede Charge wird unabhängig geprüft. Das ist aufwendiger in der Herstellung, aber es entspricht dem, was die Forschung über die Vernetzung sagt.
* Zugelassene EFSA-Health-Claims der enthaltenen Vitamine und Mineralstoffe, auf die sich der Hinweis im Text bezieht. Vitamin B2, Niacin, Pantothensäure, Vitamin B6, Folsäure, Vitamin B12, Vitamin C, Eisen und Magnesium tragen zur Verringerung von Müdigkeit und Ermüdung bei. Vitamin B1, Vitamin B2, Niacin, Pantothensäure, Vitamin B6, Vitamin B12, Biotin, Vitamin C, Eisen, Kupfer, Magnesium und Mangan tragen zu einem normalen Energiestoffwechsel bei. Vitamin D und Magnesium tragen zu einer normalen Muskelfunktion bei.
Für pflanzliche Inhaltsstoffe bestehen in der EU keine zugelassenen gesundheitsbezogenen Angaben. Die zu ihnen genannten Befunde sind Studienergebnisse und keine Produktaussagen.
Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und Wissensvermittlung. Er ersetzt keine medizinische Beratung. Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine ausgewogene, abwechslungsreiche Ernährung und eine gesunde Lebensweise.
Wissenschaftliche Quellen
¹ López-Otín, C., Blasco, M.A., Partridge, L., Serrano, M., Kroemer, G. (2023). Hallmarks of aging: An expanding universe. Cell 186(2):243-278. DOI 10.1016/j.cell.2022.11.001. PubMed 36599349
² López-Otín, C., Blasco, M.A., Partridge, L., Serrano, M., Kroemer, G. (2013). The hallmarks of aging. Cell 153(6):1194-1217. DOI 10.1016/j.cell.2013.05.039. PMC3836174
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